Wird der niedrige Ölpreis die Weltwirtschaft in eine Depression stürzen?

Der Rohölpreis befindet sich seit Mitte 2014 im Sinkflug. Der Preis für die Ölsorte Brent verringerte sich von 114 Dollar im Juni 2014 auf 32 USD im Februar 2016. Was für die Verbraucher an den Tankstellen und die Heizöl nutzenden Verbraucher gut ist, wirft in der Weltwirtschaft aber große Probleme auf.

Viele Staaten stehen am Abgrund

brent-chartDas Problem an einem dauerhaft niedrigen Rohölpreis sind die wirtschaftlichen Verwerfungen, die daraus entstehen können. Staaten wie Rußland und Venezuela, aber auch viele andere Nationen bestreiten Ihren Haushalt zu einem überwiegenden Teil aus den Öleinnahmen. Und für viele Staaten ist ein Ölpreis von 80 Dollar nötig, damit der Staatshaushalt ausgeglichen ist. Staaten wie Rußland und Saudi Arabien haben große Finanzpolster aufgebaut, damit wird es ihnen möglich eine gewisse Zeit mit niedrigen Ölpreisen zu überstehen. Doch Staaten wie Venezuela sind ja heute schon quasi Pleite. Da sind Staatspleiten in 2016 voraussehbar!

Das Problem ist, wenn in 2016 gleich mehrere Staaten Pleite gehen, kann das zu Schockwellen rund um den Globus führen, die stärker wären als die Lehman Pleite, die 2007 und 2008 zur großen Weltwirtschaftskrise geführt hat. Dann würden die Banken keine Kredite mehr untereinander vergeben, einige müssten auch große Summen abschreiben. Das würde wieder zu einer Kreditklemme führen, manche Banken müssten massiv gestützt werden. Und ob die hoch verschuldeten Industriestaaten dann in der Lage wären, wie in 2008 mit massiven kreditfinanzierten Konjunkturprogrammen entgegenzusteuern, das bezweifle ich stark…